Um 8:30 Uhr bin ich schon auf dem Bike, denn ich habe einen langen Weg von mir.

Nach einigen Kilometer kommt die Anzeige.. ich muss bis Nowgorod durchfahren, erst dort gibt es wieder Übernachtungsmöglichkeiten.
Heute habe ich mich entschieden keine Bilder zu machen, jedes Anhalten kostet Zeit, die mir vielleicht am Abend fehlt!.
Aber es gibt bald einen Zwangshalt..
Schon wieder mein Hinterrad!!
Jetzt wird es mir langsam mulmig..
Mir geht das Flickzeug aus..
Ich kann kein Loch im Schlauch finden, darum steige ich das Straßenbord hinunter zu dem kleinen Weiher, der mir hilft den Defekt zu orten...
Damit kann ich den Reifen nach dem Objekt suchen, das den Schaden verursacht hat.
Doch das ist hier nicht nötig, der Uebeltäter ist die Ecke eines Plastikkärtchen, das den Schlauch verletzt hat. Die Lösung mit dessen Verstärkung ist schon gut, um damit noch nach Hause zu kommen, aber als Dauerlösung scheinbar nicht geeignet.
Ich habe noch einen einzigen länglichen Flick bei mir, muss jetzt so geizen damit und schneide ihn in zwei Hälften. Die eine zum Flicken, die andere als letzte Reserve.
Die Kärtchen nehme ich aus dem Reifen, aber wie kann ich jetzt die Risse abdecken, damit der Schlauch dort nicht eine Blase herausdrückt?
Ich habe noch einen defekten Schlauch. Den schneide ich der Länge nach auf und mache daraus wie einen Verband, den ich jetzt zweimal um den Schlauch im Reifen wickle. " Gott gebe das es hebe.
Alles zusammen bauen und mit möglichst wenig Luft aufpumpen, um die Risse nicht zu sehr zu stressen.
Endlich komme ich in die Stadt Nowgorod und will mir ein Hotel buchen, aber Samstag Sonntag haben alle ausgebucht, ab Montag kann ich wieder buchen..

Ich bin wirklich geschafft, ich möchte jetzt einfach nur ein Bett zum Schlafen.
Bei einem sehr günstigen Hostel sehe ich schliesslich, das es noch buchbar ist... aber nicht auf Booking sondern auf russischen Plattformen.. mein Versuch zum Buchen misslingt, da die auch eigene Kreditkarten Systeme haben.
Aber ich fahre einfach hin und zum Glück hilft mir eine alte Frau, zeigt mit wo der Eingang ist und ruft für mich den Vermieter an. Schlussendlich kommt es gut und ich habe mein Bett im Schlafsaal mit einigen weiteren Männer und Frauen!
In der oberen rechten Ecke bekomme ich meine Schlafbox...

Nicht der wahre Luxus dafür sind in der Küche ein paar interessante Kollegen, die ich kennenlernen darf. Der älteste heißt John und der fragt mich ob ich noch Hunger habe?
Und wie ich habe... Er öffnet den Kühlschrank und sagt mir, ich könne hier ein Menue auslesen.... Da gibt es einige Boxen mit Hörnli und Hackfleisch, die kann ich erwärmen und fertig ist der unverhoffte Znacht.
Dabei darf ich noch das Handy von John benutzen, um Nella auf WhatsApp anzurufen. Mein eigenes Whatsapp wird leider unterdrückt und funktioniert nicht.
Zum Abschluss gibt's sogar noch einen Wodka..
Prost Brüder ihr seid doch richtig nette Russkis!! aber jetzt gute Nacht und danke!!
Lieber Nuba, wieder eine abenteuerliche Reise, weiterhin alles Gute und viel Glück, herzliche Grüsse Ruedi VCN