Schon wieder ist morgen und es wird Zeit meine schöne Unterkunft wieder zu verlassen. Wenn ich die Türe hinter mir schliesse, bin ich wieder für einen Tag ohne ein Zuhause, da ich ja nie im voraus meine nächste Unterkunft buche. Das erfordert schon eine Portion Gelassenheit, dafür habe ich die Freiheit bis dorthin zu fahren wo es mir gefällt.

Es geht los um die Kirche herum und danach Richtung Osten.

Heute ist ein richtig lieblicher Morgen und die Temperaturen lassen mich nicht mehr frieren.
Ich geniesse die gute und verkehrsarme Strasse, und kann dabei auf meinem Handy, das am Lenker montiert ist, interessante Beiträge über das aktuelle Weltgeschehen mit dem geschichtlichem Hintergrund sowie über Gesundheit anhören.


Nach 45 km erreiche ich die kleine Stadt Lidzbark und mache Pause im Stadtpark. Auf der bequemen Bank ist es richtig heimelig, da mich die Sonne jetzt mit 20° verwöhnt. Wäre schön für heute hier zu bleiben oder noch einmal 60 km dazu zuzulegen bis in die nächste Stadt mit Uebernachtungsmöglichkeiten.

Ich entscheide mich, bei diesem angenehmen Wetter weiterzufahren. Dabei muss ich acht geben, dass ich nicht in Richtung der russischen Enklave Kaliningrad fahre.

Der direkte Weg für mich auch wieder auf den Naturtrail. Hier muss ich wieder mehr Energie und Vorsicht aufwenden, damit ich nicht in die tiefen Löcher hinein fahre. Im Gegenzug erhalte ich Stille, gute Luft und freien Blick auf die weite Natur.


Hier ist wohl einer in Pension gegangen und hat seinen Hof dem Schicksal überlassen.

Da der Wind mich heute weitgehend in Ruhe lässt, komme ich gut voran und die Sonne ist noch lange nicht am untergehen.
Trotzdem bin ich jetzt mehr als bedient und froh, mein Ziel nach über 100 km zu erreichen.

Mit einem feinen Kebab aus Chicken und Beef mit Pommes und Salat fülle ich meine leeren Speicher wieder auf und suche mir jetzt noch eine passende Unterkunft.

Danke für den wunderschönen Tag