
Ich darf kleines Frühstück genießen, werde ich auch brauchen, denn auf meinem Weg nach St. Petersburg werden mir 123 km angezeigt und bis dahin sind keine größeren Orte oder eine Stadt mit Übernachtungsmöglichkeit. Also werde ich wohl durchfahren müssen.
So fahre ich früh los, bei Sonnenschein, bei warmen Temperaturen und ohne Wind.
Auf dem Handy habe ich leider keinen Empfang mehr. Damit fällt die rollende Universität mit den Youtube Beiträgen aus.
Auch sonst keine Telefone oder Navigation möglich...
Ebenso wie früher, wo es keine Handys gab.

Also das genießen was am Weg so alles präsentiert wird. Zum Beispiel diese erfrischend farbige Kirche.

Von der Brücke schaue ich auf die schnurgerade Bahnlinie... Im Gegensatz zu den baltischen Staaten ist hier alles elektrifiziert.
Meinen Weg habe ich natürlich sehr direkt gewählt, das heißt alles auf der Autostraße fahren. Achtung auch hier wird geblitzt, aber da habe ich keine Probleme mit meinem Bike.

Mach mal Pause mit Verpflegung, der Weg ist noch weit und ich brauche noch viele "Körner"

Bis dahin bin ich gut vorangekommen, aber jetzt fängt mein Bike an zu schwimmen und am Hinterrad ist die Luft raus.

Ich schaue mir die Sache an, aber das sieht ziemlich schlimm aus, die Leinwand von mein Reifen ist gerissen!!
Da muss ich ganz schön zaubern!! Erst den Schlauch durchsuchen, das Loch ist schnell gefunden und Flick drauf.

Auch dem Reifen verpasse ich meinen größten Flick den ich habe. Beim Reifen montieren stecke ich zur Verstärkung mein dünnes Plastik Kärtchen von der Rega zwischen den Schlauch und den Reifen.
Aufpumpen und weitergeht die wilde Fahrt!
Aber genau jetzt fängt es an zu regnen...

Ein Unglück kommt selten allein und ich muss meinen Regenjacke und Regenhose aus meiner Tasche hervorkramen, weil ich zu fest hoffte das ich sie nie brauchen würde habe ich sie unten eingepackt..
Jetzt einfach nur noch fahren, fahren, fahren...

Einmal muss es ja kommen.. doch St. Petersburg ist riesig!!
Nach 117 Kilometer fahre ich an einem Bike Shop vorbei. Dort bekomme ich von meinem Berufskollegen WiFi Empfang und kann so ein Hotel in der Nähe ausfindig machen.
St Petersburg ich bin da!!
Die Regenwolken haben sich verzogen und so fahre ich bei wärmendem Sonnenschein ins Herz von in Saint Petersburg schöner könnte die Beleuchtung nicht sein für all die Monumente und prachtvollen Gebäude, die ich hier entdecken darf. Das war sicher ein großer Führung leider kann ich seinen Namen nicht übersetzen.(möglich Vladimir Lenin)

Dieses Triumph Tor steht mitten in einer der großen Zufahrtsstrasse ins Zentrum von St. Petersburg. Für mich ist es das Ziel meiner Friedensfahrt nach Russland das ich hier erreichen darf. Den einzigen Mann auf dem ganzen Platz, bitte ich von mir ein Erinnerungsbild zu machen.

In der wohl wärmend Sonne lasse ich meinen ganzen Weg noch einmal in Gedanken aufleben. Vor genau 4 Wochen bin ich von Deutschland nach Polen gestartet und durchs Baltikum erfolgreich nach Russland eingereist. Wieder habe ich eine meiner Visionen verwirklichen dürfen und sage einfach danke, an alle die mich dabei unterstützt haben, vor allem mein Schatz Nella und meiner Familie, meine Freunde, die mir gute Fahrt gewünscht haben und meinen Schutzengeln, die mich immer begleiten und mich beschützen!!
Ich fahre weiter Richtung Zentrum und treffe auf das nächste Monument für diesen grossen Führer, ich kann zwar seinen Namen in Russischer Schrift nicht lesen, aber es war sicher Vladimir Lenin, denn St Petersburg hiess ja früher Leningrad.

Und bei jeder großen Querstraße eröffnet sich ein neuer Einblick auf ein markantes Gebäude!
Die Stadt wird durchzogen von dem Fluss Newa mit seinen Nebenflüssen sowie mit vielen Verbindungskanälen die alle im Finnischen Meerbusen münden.
Entsprechend gibt es unzählige wunderschöne Brücken, die sie in der Nacht für ein paar Stunden offen lassen.
Immer wieder zieht mich eine entfernte Kirche, ein Denkmal oder ein Palast an und so fahre ich trotz dem ich heute einen Ruhetag genieße 35 km durch St. Petersburg...

Das ist nicht Ruhe aber das ist Faszination.. eine unglaubliche Stadt und was für ein Reichtum an Kultur, Geschichte und Schönheit.

Ein ganz anderes Bild, als das was wir von Russland kennen, das ich hier erleben darf.
Die Zeit vergeht und mein Ziel, heute eine SIM-Karte zu kaufen, habe ich noch nicht erreicht. Aber wo bekomme ich das so kleine aber so wichtige Teil für meine Verbindung mit zu Hause, für meine Suche nach dem Weg, für Unterkunft und Informationen??
Des Bikers Freund ist der Biker und so frage ich drei Jungs, wo ich meinen Wunsch erfüllen kann. Nach ein wenig Small Talk schaut einer auf seinem Handy nach und dann fahren wir gemeinsam zu einem entsprechenden Shop. Einer kommt noch mit mir herein und platziert meinen Wunsch beim Verkäufer. Danke meine Freunde für eure Hilfe and Good Bye.
Danach muss ich lange, lange warten bis der geduldige Verkäufer die vier Kunden mit einer Sim Karte ausgerüstet hat, denn die gibt es erst nach unendlichem ausfüllen von Formularen, mit Pass kopieren und übermitteln an irgendwohin.. aber einmal ist es auch für mich soweit.
Bald bekomme ich die Simkarte, die mir auch gleich eingebaut wird und ich bezahle mein ersehntes Glück,
Aber damit kann ich noch gar nichts..
Jetzt muss ich es noch auf einer Russischen Behörde frei schalten lassen.
Und jetzt suche einmal ohne Navi das Gebäude XY in einer Millionenstadt.
Und überhaupt habe ich längst Hunger und noch keine Unterkunft... also geht das vor.
Auch das wird nicht einfach... Essen kein Problem aber Unterkunft ist eine andere Sache.. klar finde ich die großen Paläste ab hundert Franken. Aber das möchte ich eigentlich nicht ausgeben, ich bin ja insgesamt 40 Tage unterwegs.
Mir helfen immer wieder Menschen und so gibt mir bei meiner Anfrage in einem so teuren Hotel der Mann an der Rezeption den Typ...ich solle es im nächsten Block versuchen, was auch erfolgreich aufgeht. Es ist zwar ein Hostel mit Mehrbettzimmer, meistens bis 6 Betten aber ich bekomme eines wo nur mit einem jungen Mann besetzt ist. - das passt -.
.