Heute morgen habe ich mir lange überlegt, ob ich meinen geplanten Ruhetag einziehen soll oder doch weiterfahren. Eigentlich habe ich die Stadt gestern angeschaut und einen tollen Eindruck bekommen.
Die Wetterprognose sagte Regen voraus, doch der hat in der Nacht aufgehört und jetzt ist die Strasse trocken und die Sonne scheint sogar.
Das Navi verrät mir, das aber die nächste Stadt erst nach 135 km kommt. Das ist mir noch eine Nummer zu gross und ich suche ob es am Weg noch Uebernachtungsmöglichkeiten gibt. Die sind wirklich rar. Aber bei Kilometer 60 finde ich eine Unterkunft, sie liegt zwar zwei Kilometer von der Strasse entfernt. Egal, die lege ich mir als Ziel fest und fahre wegen meinem "Zaudern" zwei Stunden später als sonst los.
Schon in den engen Gassen der Altstadt merke ich wie der kalte Wind pfeift, doch ich weiss noch nicht woher er kommt.…

Die Fahnen, die wie Bretter an den Masten aussehen zeigen die Richtung!
Bei diesem kleinen Monument mache ich kurz Halt. Es gedenkt der Opfer aus dem zweiten Weltkrieg , die auf der russischen Seite gekämpft haben.

Aber auch sie waren geliebte Söhne von weinenden Müttern!

Heute ist mir einfach zu kalt um Bilder zu machen. Bei diesem kleinen See muss ich die Straßenseite wechseln .Da der Weg unter der Autobahn durch eine Röhre führt.

Als ich auf der anderen Seite herauskomme, muss ich die Augen zudrücken da der See so hell in der Sonne strahlt. Ein fantastischer Anblick!

Aber schnell vorbei mit Sonne, es wird richtig kalt und ein starker Wind kommt auf. Es ist sogar zu kalt um Pause zu machen. Ohne die schützenden Bäume werde ich vom Wind hin und hergerissen..
Endlich kommt das kleine Dorf wo meine Unterkunft ist. Zum Glück gibt es hier einen Laden, der am Sonntag offen hat. Ich kaufe Milch und Joghurt für das Frühstück, Brot ist leider ausverkauft. Beim Bezahlen kann ich mein Schlottern nicht unterdrücken und zittere meine Kreditkarte hervor. Danach bleibe ich sicher nochmals 10 Minuten im warmen Laden stehen.
Danach muss ich nochmals in die Kälte und zwei Kilometer bis zur Unterkunft durchhalten. Jetzt nur noch unter die Dusche. Die nächsten 15 Minuten komme ich nicht mehr aus ihr heraus. Ich würde das Wasser noch gerne auf wärmer stellen, aber der Mischer ist schon am Anschlag auf warm.
Jetzt aber unter die Decke, aber nicht einmal darunter wird es mir warm. Ich hole noch die zweite Decke vom anderen Bett und so wird es langsam gemütlich für mich. Das war richtig "grenzwärtig"..... den heutigen Tag werde ich wohl nie vergessen!